Vertrauen in Menschen - ist das überflüssig ?

  • Puh,jetzt habe ich zwar den ganzen Thread gelesen aber nun auch viel zu viele Gedanken parallel im Kopf. Alles was ich dazu zu schreiben wüsste wurde bereits gesagt.

    Vielleicht in kürze das wichtigste was mir gerade noch einfällt :

    Vertrauen ist für mich aufgrund vieler negativer Erfahrungen sowie einer oft kindlichen Naivität meinerseits (hat sich mit dem älter werden schon stark verändert) schwierig.

    Heißt ich analysiere Menschen sehr lang bevor ich überhaupt vertraue. Es gibt nichts wiedersprüchlicheres als das was Menschen Tag aus Tag ein erzählen, oft deckt sich dies bei längerer Beobachtung nicht mit gezeigten Verhalten- was das Ganze immens erschwert. Daran bin ich schon sehr oft verzweifelt.

    Vertrauen in Tiere ist dagegen leicht.

    Vertrauen in Technik ! Das hatten wir noch nicht 🙂 . Ich habe Vertrauen in mein Auto und es hat mich bisher noch nie im Stich gelassen.

    Vertrauen in mich selbst - war zeitweise fast komplett weg.

    Frage an KlarissaKunst kann es sein dass dir das Wort an sich zu abstrakt ist? Ich kann manchmal nichts mit Wörtern anfangen eben weil mir das was Sie beschreiben zu abstrakt ist, es entstehen kaum Bilder oder wenn zu viele Situationen dazu auftauchen die aber wiederum auch zu unterschiedlich sind dann fällt es mir auch schwer den Kern der Bedeutung zu fassen/verstehen.

    Und wie wäre es wenn du statt Vertrauen auf die Zukunft anzuwenden es mal rückwärts versuchst ? Ist es dann greifbarer ?


  • KlarissaKunst und Meditie, danke für eure Antwort bzw. euren weiteren Anmerkungen dazu.

    Ich habe es mir durchgelesen, aber wahrscheinlich bin ich gerade mental einfach zu erschöpft um das und auch meine Gedanken dazu, so richtig gefasst zu bekommen. Deshalb lasse ich es jetzt erstmal und befasse mich morgen nochmal damit.

  • Zitat

    Und wie wäre es wenn du statt Vertrauen auf die Zukunft anzuwenden es mal rückwärts versuchst ? Ist es dann greifbarer ?

    Rückwärts " trauen ver " das hatte ich auch schon versucht. Cocci . Ja, es ist auch irgendwie das Wort, mit dem mir das Zuordnen nicht gelingt. Also entweder das Vertrauen als Wort auseinandernehmen, oder auch mal umdrehen.

    Oder aber auch, wenn ich es lasse in der Zunkunft zu denken, und Vertrauen nur im Hier und Jetzt anwende, bleibt immer noch die nie gleiche Situation.

    Ja, so könnte ich nur für die Vergangenheit sprechen, und sagen, da hätte ich bei dem Ergebnis wohl Vertrauen gehabt haben können. Entweder in mich selber oder in andere.

    Vertrauen macht auch viel mit Menschen, find ich. Find ich auch nicht gut. Sollte man besser nicht, nur meine Meinung.

    Hopps

    Vertrauen in Maschinen, ja das ist auch toll neu. Da muss ich drüber nachdenken. Ein schönes Beispiel.

    Hoppsi und Danke Cocci

  • Ja, was kann ich sagen, Meditie , perfekt erklärt. Genauso ist es, bzw. empfinde ich das. Dankeschön 🙏🏻 🙏🏻 🙏🏻

    Hopps Hopps Hopps

  • Ja, was kann ich sagen, Meditie , perfekt erklärt. Genauso ist es, bzw. empfinde ich das. Dankeschön 🙏🏻 🙏🏻 🙏🏻

    Das mit der Schwierigkeit von nicht genauer Festlegung mancher Begriffe, wie in diesem Fall was „Vertrauen“ eigentlich genau bedeutet, dazu kann ich jetzt einen besseren Zugang finden, denke ich.

    Oft geht es, aber vor allem ging es mir ähnlich mit manchen solcher nicht klar definierten Begriffe.

    Zum Beispiel war ich sehr lange nicht in der Lage, das Wort „Liebe“ in Bezug auf mich bzw. meinen Empfindungen anderen Gegenüber zu gebrauchen.
    Ich habe das einfach nicht verstanden, wie man das Fühlen können soll; was genau das sein soll. Es schien mir so etwas ganz absolutes und wie selbstverständlich da zu sein, wenn andere davon sprachen.

    Das habe ich so gar nicht verstanden und in der Form auch nicht fühlen können irgendwie.


    Dadurch, dass ich mir erlaubt habe mit diesem Begriff anders umzugehen… „Liebe“ sozusagen „meine“ ganz „eigene“ Bedeutung und Definierung zu geben, seid dem fällt es mir aber leichter, das Wort Liebe anderen Gegenüber zu verwenden.

    Entschuldige, dass ich vom Thema „Vertrauen“ abkam. Es diente der Erklärung, warum auch ich mich mit mancher Begrifflichkeit schwer tue.

    Vertrauen und Liebe sehe ich allerdings auch irgendwie in direktem Zusammenhang zueinander stehend.

    Mit dem Begriff Vertrauen und Glaube ging es mir früher ähnlich. Ich konnte auch diese nicht so richtig begreifen, wahrscheinlich, weil sie mir so ebenso absolut erschienen.

    Irgendwann las ich mal den Satz:

    „Glauben, ohne zu hinterfragen, das gibt innere Sicherheit“.

    Damals wurde mir klar, dass mir das fehlte. Also, dass ich das gar nicht konnte. Mir fehlte dieses „Können“ dazu, Dinge nicht in Frage zu stellen und damit aber auch die Möglichkeit zur inneren Sicherheit zu gelangen.

    Das hat sich mittlerweile tatsächlich etwas geändert irgendwie. Ich fühle innerlich inzwischen viel mehr Sicherheit als früher. Habe kaum noch mit Ängsten zu Kämpfen.

    Nicht, weil ich damit aufgehört habe „alles“ zu Hinterfragen, aber damit, „Dinge“ vielleicht etwas weniger für, in alle Ewigkeit, „absolut“ halten zu müssen.

    So irgendwie, würde ich das jetzt beschreiben. Bessere und weniger Worte fallen mir dazu gerade nicht ein.


    Ich werde darüber noch ein wenig weiter nachdenken… für mich.
    Eventuell würde ich mich hierzu, zu einem anderen Zeitpunkt noch weiter äußern.

    Aber nur, wenn das für dich KlarissaKunst in Ordnung wäre.
    Falls nicht, weil es „wieder“ zu viel ist, dann ist das für mich auch völlig in Ordnung.

    Das hier ist dein Thread!


    Ich danke dir und allen anderen hier jedenfalls sehr für eure Ansichten und damit für neue Denkanstöße.


  • Zum Beispiel war ich sehr lange nicht in der Lage, das Wort „Liebe“ in Bezug auf mich bzw. meinen Empfindungen anderen Gegenüber zu gebrauchen.
    Ich habe das einfach nicht verstanden, wie man das Fühlen können soll; was genau das sein soll.

    Das geht mir auch so.
    Eventuell ist das Gefühl was ich für meine Ginome hatte Liebe. Das kann ich aber nur ahnen.

    Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe. Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.

  • Danke Oxymoron für Deine interessanten Denkanstöße. War gut zu lesen für mich, auch gut zu verstehen.

    Ja, der Thread bleibt ja hier. Kann man immer mal wieder was reinschreiben. Ich werd mir nachher auch nochmal alles von vorne durchlesen.

    Hopps Hopps Hopps

  • Den Gedanken, daß die Begriffe Liebe und Vertrauen zusammengehören, teile ich. Da könnte noch der Begriff Treue dazu kommen. Liebe die sich vertraut ist Treue.
    Für mich Das Leben ansich, viel eher als zwischenmenschlich verstanden.

    Der Begriff Vertrauen hat für mich mit Wissen und Bescheidwissen zu tun.
    Wenn ich weiß (bescheidweiß, weil mitbekommen durch Analyse und Erleben), daß zB der Arzt oder Buchautor inkompetent und persönlich verfangen ist, vertraue (im Sinne: darauf hören) ich weder auf seine Worte noch Taten, es käme nicht einmal im Ansatze dazu.

    Wenn ich hingegen weiß (bescheidweiß, weil so erfahren), jener Arzt zB, oder Freund, Bekannter, Artikel- oder Buchautor, weiß was er sagt, seine Sicht stimmt überein mit dem was ist, dann vertraue ich und käme nicht dazu, zu denken, daß ich vertraue, es ist ohne Zweifel und das ist evtl ua mit dem Begriff Vertrauen auch gesagt.

    (Dieses (überein)Stimmen fühle ich in vielen Lebenslagen als dieses Bild: In den 70er Jahren gab es ein Geduldsspiel, irgendeine Abbildung war von einer flachen Plastikschale umbaut, in dem Bild waren kleine Löcher und dazu in der Anzahl Metalkügelchen.
    Wenn jede Kugel in einem Loch ist, keine mehr herumkugelt, dann ist es für mich stimmig. Es ist ein Ja, insich ganz wohlig ruhig.)

    In dem Moment, wo ich bemerke: 'nein', ist es ohne Vertrauen, das ist bei mir so oder so.
    Ich kann damit jedoch spielen, mir ist es nicht anzumerken, wie ich eine Situation handhabe. Ich vermute, es ist meist sinnvoll, daß das nt Gegenüber davon ausgeht, das es mir real erscheint. Und es macht weniger Streß, wenn ich nicht reagiere, es ist ein bißchen mein Geheimnis dann, wie herum "der Schalter steht".

    Was mir dazu noch einfällt ist, daß es für mein Selbstvertrauen unwesentlich ist, inwieweit oder fern ich jemanden etwas zutraue. Ich kann einem Menschen ganz vertrauen (ihn kennen), doch auch bescheidwissen, daß seine Handlungen keinen vertrauensvollen Sinn machen.
    Das ist auch ein interessantes Erleben, denke ich gerade.

    Für mich hat der Begriff Vertrauen mehrere Aspekte.
    Bei mir ist der größtausgeprägte, das Vertrauen in mich und mir selbst und das ist nach vorne offen. Dazu gehört auch die innere Wissenserlangung und dem treu zusein, unabhängig, was die Welt derweil tut. Ich weiß daß es da keiner Übereinstimmung bedarf und daß das auch nicht vorgesehen ist, daß das bloß so erscheint.

  • Herzlichen Dank an Dich Mauersegler

    Da ist viel Neues auch dabei. Und auch wieder sehr interessante Denkansätze. Dankeschön :love:

    Hoppsi

  • Interessant! Ich bin der Auffassung Vertrauen ist wichtig. Ich vertraue mir blind. :D Ich kenne mich und meine Bedürfnisse. Ich weiß was ich kann und wenn ich was wirklich will, dass ich auch vollen Einsatz zeige.

    Wie das bei Anderen ist, hängt vom Gegenüber ab.

    Ich lüge nicht. Mir kann man blind vertrauen. Und ich bin sehr ehrlich. Ich weiß eigentlich auch immer vorab, ob jemand die Wahrheit verkraften kann. Und ich hab mir auch so einige Muster zurecht gelegt, wie ich alternativ damit umgehe, wenn jemand Schwierigkeiten mit der Wahrheit hat. Zur Lüge zu greifen ist es definitiv nicht. :D

    Weil das ich so handhabe, heißt es nicht, dass es andere auch so handhaben.

    Ich nehme sehr schnell kognitive Dissonanz wahr. Und spreche sie auch an, wenn ich das Gefühl habe. Um der Person die Chance zu geben, die Wahrheit auszusprechen. Oftmals fühlt man sich dann aber ertappt und angegriffen.

    Um mich wirklich voll fallen zu lassen, benötige ich blindes Vertrauen.

    Früher bin ich immer davon ausgegangen, dass Jeder so vertrauensselig ist wie ich.

    Ich musste aber mehrfach die Erfahrung machen, dass dem nicht so ist.

    Und auf Grund dessen fällt es mir inzwischen nicht mehr so leicht. Es muss wachsen. Ich schenke stets Vertrauen. In kleinen wenig Risikoreichen Bereichen. Und es kann stetig wachsen. Ich schenke nur Vertrauen, dessen Risiko des Vertrauensbruchs ich ggf. auch wegstecken kann. Alles andere wäre in meinen Augen naiv.

    Denn am Ende bin ich diejenige die sich wieder alleine aus dem Loch dort unten hoch kämpfen muss. Und da ich mich in diesen Fällen wenn nur auf mich verlassen konnte. Vertraue ich da auch auf mich. :D

    Ich halte was ich sage. Aber ich vertraue keinen gesagten Worten mehr. Ich will Taten sehen. :D

  • Ich habe gemerkt, dass mir oft ein grundsätzliches Vertrauen in Menschen, egal aus welchen Bereichen, verloren gegangen ist. Weil ich Menschen oft falsch eingeschätzt habe und mich im Nachhinein dann gewundert oder gar geärgert habe. Ich denke "Theory of mind" bzw. das teils oft nicht gut entwickelte ToM spielen hier eine große Rolle. Naja jedenfalls arbeite ich gerade daran, dieses Grundvertrauen wieder etwas mehr herzustellen.

    Es ist in der Regel sehr viel leichter, Menschen zu vertrauen, wenn man ihre Beweggründe und Ihr Verhalten selber nachvollziehen kann, z.b. durch ToM.

    Generell denke ich ist ein gewisses "Grundvertrauen" in Ärzte, Kollegen, Bekannte wichtig. Aber wie weit dieses Vertrauen reichen sollte, ab wann man z.B. jemandem "blind vertrauen" sollte usw., da wird es schon schwieriger.

    Ich halte was ich sage. Aber ich vertraue keinen gesagten Worten mehr. Ich will Taten sehen. :D

    Das sehe ich ähnlich. Ich denke auch, dass man Taten oftmals mehr Vertrauen kann/sollte, als Worten. Wenn man wissen möchte, wie jemand wirklich "tickt", ob er oder sie eine vertrauenswürdige Person ist, hilft es oft mehr, das Verhalten der Person über einen längeren Zeitraum zu beobachten und sich so ein Bild zu machen, anstatt blind den Selbstauskünften der jeweiligen Person zu vertrauen. Die jeweilige Person muss noch nicht mal böswillige Absichten haben; man kann sich oftmals selbst schlecht einschätzen und schreibt sich gerne (meistens positive natürlich ;)) Charaktereigenschaften zu. Ob diese wirklich vorhanden sind und in welchem Maß kann man durch das Verhalten oft besser einschätzen als durch Worte und so anfangen, Vertrauen zu fassen. So zumindest meine Erfahrung.

  • Vertrauen ≠ Prophezeien oder Versprechen.

    Bei dem Beispiel der Bank-PIN geblieben. Warum ich diese meinem Freund ruhigen Gewissens anvertrauen könnte: ich kenne ihn, seine Werte, seine Absichten mir gegenüber seeeehr gut und lange (und sein Verhalten bezüglich Werten und Absichten mir gegenüber war immer konsistent und kohärent.) Das heißt, dass ich mir seeehr sicher bin, dass er unter normalen Alltagssituationen diese PIN nie weitergeben würde.

    Natürlich könnte er einen Hirnschaden erleiden und plötzlich in Folge dessen mein Konto leerräumen oder er könnte meine PIN unter Folter herausgeben. Das hat für mich aber nichts damit zu tun, dass er nicht vertrauenswürdig sei.

    "Ich vertraue auf XY" bedeutet nicht "Ich weiß, dass unter egal welchen Umstände alles eintritt worauf ich vertraue/". Und trotzdem oder gar deswegen ist es für mich nicht unlogisch zu vertrauen. Wichtig ist doch, das ständige Updaten des Status Quo. Sind meine Annahmen noch immer valide? Hat sich etwas geändert und wenn ja, was?

    Wenn ich mitbekäme, dass mein Freund vertrauliche Infos von Expartner im Internet veröffentlicht (völlig fiktives Beispiel), dann wäre es sicherlich nicht mehr sinnvoll, ihm meine PIN anvertrauen zu wollen.

    Wenn ich plötzlich in einem Bürgerkriegsland lebe, ist es vermutlich nicht mehr sinnvoll darauf zu vertrauen, dass es auf der Straße meistens friedlich ist. Wenn sich aber an den äußeren Bedingungen nichts wesentlich geändert hat, ich aber meine Annahmen dahingehend verändere, dass es draußen inhärent unsicher ist und mir an "jeder Ecke nach dem Leben getrachtet wird" (Worst-Case-Annahme), sind die Chancen groß, dass ich mich in einer Angststörung oder einer Paranoia befinde.

  • Der Gedanke, Vertrauen als etwas Dynamisches zu betrachten, erscheint mir auch sinnvoll. Wenn Vertrauen als eine Art Garantie verstanden wird, kann schnell eine Erwartungshaltung entstehen, die Enttäuschungen begünstigt.

    Dabei ist menschliches Verhalten nie vollkommen berechenbar. Man wird immer Tendenzen wahrnehmen oder oft auch bestimmte Muster erkennen können, die sich wiederholen, und die man folglich auf seiner "Vertraulichkeitsskala" ganz gut einordnen kann. Aber absolute Sicherheit wird man kaum jemals komplett erreichen können.

    Vielleicht kommt daher auch dieses Sprichwort (sinngemäß), dass man im Alter nicht unbedingt weiser wird, sondern einfach vorsichtiger. Da steckt bestimmt durchaus etwas Wahres drin: Viele Menschen sammeln mit der Zeit nicht unbedingt nur Wissen über andere, sondern vor allem Erfahrungen mit Enttäuschungen, Brüchen und Widersprüchen. Bzw. werden negative Erfahrungen oft prägnanter gespeichert im Gehirn, und die Vorsicht nimmt zu...

    Ich denke ein gesunder Mix könnte sein, weder naiv noch grundsätzlich misstrauisch durchs Leben zu gehen. Gerade bei neuen Bekanntschaften ist eine gesunde Portion Vorsicht sicherlich angebracht und hilfreich, aber man sollte trotzdem offen für positive Erfahrungen bleiben und jeden Menschen als eigenständige Person bewerten, ohne ständig Vergleiche zu ziehen.

  • Rückwärts " trauen ver " das hatte ich auch schon versucht. Cocci

    Ich meinte in die Vergangenheit schauen statt die Ereignisse in der Zukunft. Entschuldige das war nicht so eindeutig formuliert von mir.

    Einmal editiert, zuletzt von Cocci (22. Mai 2026 um 18:08) aus folgendem Grund: Zietiren hat nicht geklappt

  • Jan_Hendrik Naja, ist es nicht naiv jemanden mir unbekannten zu vertrauen? Sicher werden die Meisten wohlwollend versuchen in meinem Sinne zu agieren. Aber da fängt doch schon undgewollt die Problematik an. :D Ich ticke nicht wie die breite Masse. Also werden die meisten, in den meisten Fällen ungewollt nicht in meinem Sinne agieren. Daher kann ich nur wirklich Verantwortung übergeben und Vertrauen, wenn man mich auch wirklich kennt und mir wirklich wohl gesonnen ist. Und seine Pespektive nicht über meine stellt. Und erfahrungsgemäß ist diese Haltung wie ein 6er im Lotto. :D


    Wenn man hier Vertrauen als ausschließlich das betrachtet, dass einer bewusst egoistisch handelt, kommt das sicher in den wenigsten Fällen vor. Und die Kandidaten spotte ich sofort. :D Die sind darin nicht besonders gut in Deckung zu bleiben.

    Vertrauen geht für mich darin einher, wenn man Verantwortung überträgt und XY in meinem Sinne agiert. Oder mich beim Agieren mit meiner Perspektive mit meinen Bedürfnissen mit einfließen lässt. Und dazu gehört es doch, dass man mich kennt und sich mit meiner selbst befasst hat. Und wer macht das schon. :D Die meisten gehen doch von sich aus. Und da ich nicht wie die Mehrheit ticke, bin ich da die Dumme. :D Daher übergebe ich Vertrauen in Bereichen, wo ich weiß man kennt mich und meine Bedürfnisse und stellt meine mit XYs gleich oder XY tickt diesbezüglich wie ich. :D

    Das ist eine Sache von Sinn und Logik.

    Ich glaube nicht, dass Jemand von Grund auf bösartig ist. :D Sondern, dass viele einfach keine Perspektive wechseln können. Sich anderen Perspektiven nicht bewusst sind. Es in deren Augen nur Richtig und Falsch gibt. Sie sind nicht bereit zur Diplomatie und auch nicht zur friedlichen Koexistenz und gemeinsamen Nenner. Das ist zu kompliziert, zu mühsam und ansträngend. Wer nicht die Perspektive teilt, ist egoistisch, liegt falsch und ist bösartig. :D

    Und die zwei Fronten haben sich aktuell in der Gesellschaft mit einem großen Graben gespalten :D

    Einmal editiert, zuletzt von qwertz (23. Mai 2026 um 13:18) aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Karma Pema mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • Kannst du bitte etwas weniger Smileys verwenden @Karma Pema . Ich verstehe deinen Text nicht, weil ich nicht weiß, ob du es ernst meinst oder dich über dich selbst lustig machst oder eine andere Interpretation korrekt wäre.

    • Offizieller Beitrag

    Editieren kann @Karma Pema jetzt nicht mehr.
    Ich erinnere an dieser Stelle nochmal an Forenregel 3.9

    Wäre schön wenn @Karma Pema sich noch erklären könnte was sie genau meint.

  • Naja, ist es nicht naiv jemanden mir unbekannten zu vertrauen?

    Ja das würde ich schon sagen. Ich hatte es in meinem Post im letzten Absatz ja etwas ausführlicher beschrieben, wie ein gesunder Mix aus Vertrauen und Vorsicht evtl. aussehen könnte. Aber das ist sicherlich für jeden verschieden, je nachdem welche Erfahrungen man im Leben gesammelt hat und wie die generelle Lebenseinstellung ist.

    Bei deinem Beispiel mit einem komplett Unbekannten würde ich schon sagen, dass es naiv wäre, einer komplett Unbekannten Person von Anfang zu vertrauen (kommt sich natürlich auch auf das Maß an Vetrauen an). Andererseits wird man auch nur schwer weiter kommen, wenn man gegenüber Unbekannten direkt ein sehr starkes Misstrauen hegt; dann ist man so blockiert, dass sich kaum irgendwie Vertrauen aufbauen kann. Und es kommt denke ich auch immer darauf an, um welche Art von Vertrauen es geht. Also ob ich z.B. jemandem meinen Hund/Katze für ein komplette Woche anvertraue, weil ich in Urlaub fahre, oder ob ich auf der Straße von einem Fremden angesprochen werde und blitzschnell entscheiden muss, ob er vertrauenswürdig ist oder vlt. im nächsten Moment versucht, mich auszurauben. Das wären ganz verschiedene Formen von Vetrauen.

  • Oha, danke an @all fürs Mitmachen.

    Da sind wieder viele interessante Ausführungen dabei. Auch Vertrauen vs Misstrauen. Das finde ich interessant. Darüber nachzudenken.

    ... :/ ... Ob ich misstrauisch bin. Was ist das denn. Begründen sich darin Vermutungen von Bösem ? Oder vielleicht auch von Gutem ... :/ ... da bin ich mir nicht so sicher. Es heisst ja wahrscheinlich einfach nur " Misstrauen " => " kein Vertrauen "

    Was ich auch gut finde, ist die Mobilität von Vertrauen. Also " Vertrauen in Bewegung " quasi => abnehmend => zunehmend.

    Ich für meinen Teil weiss in etwa die gegooglete Erklärung von Vertrauen. Und logische Erklärungen dazu. Ich glaub, mehr ist es nicht. Ich finds aber interessant.

    Hopps

  • KlarissaKunst Über Vertrauen habe ich schon häufiger im Leben nachgedacht und finde es sinnvoll, dies auch weiterhin zu tun. Insbesondere bei solchen Begriffen, zu denen sehr viele Aspekte gehören können, die erst nach und nach erschlossen werden. Und all das, wofür sie stehen, ist ziemlich komplex - wie beispielsweise auch der Begriff Autismus.

    Da ich in den vergangenen Tagen versucht habe, meine Gedanken dazu aufzuschreiben (was 12 Seiten füllte), hier meine trotzdem leider lang gewordene Kurzfassung:

    Vertrauen ist für mich ein mentaler Zustand oder eine Haltung, verallgemeinert davon auszugehen, dass sich Menschen authentisch verhalten, moralisch aufrichtig sind, sich an gesellschaftliche Regeln halten und keiner Person schaden zufügen. - Anderenfalls würde vielleicht von einer vagen Bedrohungslage ausgegangen, die zu Rückzug, zunehmender Isolation, Einschränkung der eigenen Handlungsfähigkeit führen könnte mit Vermeidungsverhalten ähnlich wie bei Zwangsstörungen.

    Vertrauen - auch als ein Faktor von Resilienz - entsteht über die Zeit durch deutlich überwiegend positive Erfahrungen mit Kontakt-/ Bezugspersonen (bestenfalls bereits in der eigenen Kindheit) für beispielsweise folgende Punkte: Erkennen und Erfüllen von (Grund-)Bedürfnissen, Angenommensein der eigenen Person wie sie ist, Respekt/ Gewaltfreiheit im Umgang, Zuwendung.

    Vertrauen ist für zwischenmenschliche Nähe - oder auch sogenannte Wärme (in Beziehungen) - erforderlich. Damit ist Vertrauen ein Teil vom psycho-sozialen Wohlbefinden, was mit zur Definition von Gesundheit gehört. Ein sogenanntes soziales Netz (das autistischen Menschen durch Fachpersonen empfohlen wird zu haben/ aufzubauen) gründet sich auch auf Vertrauen.

    Es können Umstände im Leben vorkommen, in denen Einsamkeit aufkommt. Besteht dann kein Vertrauen - in nichts und niemanden, auch nicht in sich selbst (die eigenen Fähigkeiten, Wahrnehmungen) - kann der damit einhergehende gewaltige Stress mit seinen körperlichen Auswirkungen, die psychische Belastung, schlimmstenfalls tödlich sein. Zum Beispiel Einsamkeit bei objektiver (sozialer) Isolation und gleichzeitig objektiv lebensbedrohlichem Umfeld durch Menschen.

    Vertrauen wird benötigt, um zu überleben. - Ohne Vertrauen keine Bewegung, kein Sich-Anderen-Anvertrauen bei Bedarf.

    Bei beschädigtem Vertrauen (in der Gegenwart/ im Alltag) kann neben inneren (als belastend empfundenen) Unsicherheiten die Zukunft betreffend unter anderem Ambiguitätstoleranz (wieder) erlernt werden. Also das Aushalten von Unwägbarkeiten und Widersprüchlichkeiten in Verhalten und Aussagen.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!