Kein Hirn gleicht dem anderen

  • Shellfish 28. Mai 2025 um 07:19

    Hat den Titel des Themas von „"Kein Hirn gleicht dem anderen"“ zu „Kein Hirn gleicht dem anderen“ geändert.
  • Danke für den Artikel.
    Was mich so traurig macht, das Wissen ist nicht neu und doch passiert im Alltag so wenig was Autisten ernst nimmt und unterstützt.

    Die Stelle mit der Psychiatrie gefällt mir. Das ein Autist dort eigentlich nichts zu suchen hat. So hat es mir ein Therapeut auch mal erklärt. Unser Sohn ist Autist, das ist so, dagegen kann er nichts machen. Solange er mit sich und seinem Leben zufrieden ist, ist alles gut.
    Ich glaube das ist der Punkt, er ist mit sich im Reinen. Sein Umfeld verlangt von ihm Sachen, die ihm schwer möglich sind.
    Als Beispiel, ein Blinder lernt nicht sehen wenn er es jeden Tag übt. Er kann lernen mit dem nicht sehen umzugehen oder sich operieren lassen.
    So übt auch unser Sohn jeden Tag mit bestimmten Situationen zurecht zu kommen. Ich kann ihn aber nicht zwingen, dann geht es in eine „ungute“ Richtung.
    Das war Ende der Grundschulzeit. Der Lehrer hat viel verlangt was gegen seine „Natur“ war. Er wurde zum Beispiel gezwungen Schreibschrift zu schreiben, obwohl es ihm nicht möglich war und es schriftlich von einer Fachkraft vorlag.
    Ich habe ihn aus Not, weil ich gesehen habe das tut ihm nicht gut und keiner etwas unternimmt, in eine Klinik einweisen lassen. Eine Tagesklinik zum abklären welche Schulform zu ihm passt.
    Die Zeit in der Tagesklinik hat ihn wieder aufgebaut, da hatten wir wirklich Glück.
    Er war kurz davor Depressiv zu werden.
    Dort war Personal das mit Autismus umzugehen konnte. Unser Sohn ist gerne dort gewesen und sie mochten ihn, weil er alles mitgemacht hat. Alles bis über sein „Innenleben“ zu erzählen.
    Er wurde schnell wieder entlassen, weil sie nichts für ihn tun können. Er ist halt Autist, mehr nicht.
    Aber selbst die Klinik konnte ihm keinen Schulplatz organisieren.
    Ich glaube das ist das, was die größten negativen Spuren hinterlassen hat, das ihn keiner haben möchte. Er hat nie aggressiv reagiert, er reagiert gar nicht wenn es ihm zu viel wird. Damit können die Menschen nicht umgehen.
    Er hat letzte Woche bei seiner Ausbildung gesagt, das sich nie jemand Mühe gegeben hat, mit ihm über „schwierige Situationen“ zu reden. Situationen aufzuklären. Mit Zeit.
    Da gibt es so viel Wissen und Gesetzte, die im Alltag viel zu wenig benutzt werden.
    Vieles was Autisten hilft, würde auch andere Menschen helfen, die so ihre Eigenheiten haben.

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