Beiträge von Shellfish

    Ich teile hier einen Veranstaltungshinweis, von dem ich annehme, dass er mindestens eine Person interessieren könnte ( Kayt ?):

    • Mi, 4.3.26, 11:00 bis 18:30
    • online und kostenlos (live on YouTube)
    • scheint besonders interessant für Python- und AI-Engineering-Anfänger
    • Veranstalter: JetBrains
    • Link - da nicht barrierearm (bewegte Bilder), hier die Themen:
      • 11:00–11:15 CET/CEST Opening
      • 11:15–11:45 CET/CEST AI Practitioners are Only Getting Half the Goodness of Python
      • 11:45–12:15 CET/CEST How to Learn Python
      • 12:20–12:50 CET/CEST Open Source in the Age of Coding Agents
      • 12:50–13:20 CET/CEST Towards Query Profiling in Polars
      • 13:25–13:55 CET/CEST How PyLadies Is Shaping the Future of Python
      • 13:55–14:25 CET/CEST Static Islands, Dynamic Sea: Some Thoughts on Incremental Typing
      • 14:30–15:00 CET/CEST Django Has a Marketing Problem: Debunking the Myths That Won't Die
      • 15:00–15:30 CET/CEST Powering Up Django Development With Claude Code
      • 15:35–16:05 CET/CEST Community > Code: People Are What Make Python Thrive, and Why That Will Continue in an AI-Enabled Era
      • 16:05–16:35 CET/CEST A Practical Guide to Agentic Coding
      • 16:40–17:10 CET/CEST Open-Source AI Ecosystem
      • 17:10–17:40 CET/CEST Orchestrating Document-Centric Agents With LlamaIndex
      • 17:45–18:15 CET/CEST Conversation, Computation, and Community: Key Principles for Solving Scientific Problems With Jupyter Notebooks and AI Tools
      • 18:15–18:30 CET/CEST Closing

    Hallo Alissa,

    das liest sich nach einer sehr schwierigen Situation. Keine Situation ist gleich, aber ich kann mal von meinen Kindern berichten:

    Mein Sohn hat im Kindergarten und die ersten zwei Jahre in der Schule sehr gelitten, auch er war dort extrem angepasst, und zu Hause hat er den aufgestauten Druck rausgelassen. Er war mit Verdacht auf kindliche Depression zur Diagnostik in einem Sozialpädiatrischen Zentrum, das mir empfohlen wurde. Festgestellt wurde eine Ticstörung, ADHS wurde ausgeschlossen, eine Autismustestung wurde anders als zunächst versprochen aber nicht durchgeführt. Die Diagnostiktermine haben ihn nur noch mehr destabilisiert durch den zusätzlichen Stress und letztendlich nichts gebracht.

    Geholfen hat ihm zur Stützung des Selbstwerts und der sozialen Kompetenz ein Achtsamkeitstraining für Kinder unabhängig von irgendwelchen Diagnosen, das wirklich toll organisiert war. Die Kinder haben viel über Emotionen gelernt, wie man sie erkennt und mit ihnen umgeht. Ich meine, dass das der entscheidende Schub war, durch den er genug Kompetenzen entwickelt hat, sich in der Schule besser zurechtzufinden. Wir mussten ihn auch von der Nachmittagsbetreuung abmelden, um die Belastung für ihn zu reduzieren. Eine Ganztagsschule wäre für ihn nicht möglich gewesen, aber Schulverweigerung stand nicht im Raum. Anders bei meiner Tochter, da war es zweimal sehr knapp. Bei ihr waren soziale Ängste, aber auch Überforderung durch Reizüberflutung im Spiel. Tageweise krank melden, wenn es nicht anders ging, und auch bei ihr nur reduzierte bis zwischenzeitlich keine Nachmittagsbetreuung haben ihr über die schlimmste Zeit hinweggeholfen. Letztendlich war es auch bei ihr mehr Glück als Verstand, dass sie schließlich eine Freundin als "Ankerkind" in der Schule gefunden hat (mittlerweile hat sie mehrere). Das als positiver Ausblick, auch meinem Sohn geht es mittlerweile gut.

    Einfach länger zu Hause lassen ohne Perspektive auf Rückkehr in die Schule würde ich nicht machen, eher nur tageweise krankmelden, um Verschnaufpausen zu verschaffen. Falls ihr die Schule für gänzlich ungeeignet haltet, würde ich eine Alternative suchen, z.B. mit kleineren Klassen, falls es sowas bei euch gibt.

    Vielleicht wäre die Frage, was ihm beim Schulbesuch helfen würde, anstatt wie es ihm geht, für ihn leichter zu beantworten? Mit einer ADHS-Diagnose könntet ihr auch einen Schulbegleiter beantragen, falls ihm das helfen würde. Verkürzte Tage ließen sich evt. für eine Übergangszeit mit der Schule vereinbaren, dann verliert er nicht ganz den Kontext, die Belastung wäre aber reduziert.

    Auf jeden Fall erstmal alles Gute für euch und viel Kraft!

    Damit meine ich Kamera und Mikrofon. Mir schlägt da das Herz bis zum Hals und ich bekomme kein Wort heraus.

    Du könntest auch nachfragen, ob du ohne Bild teilnehmen kannst, falls dir das helfen würde. Ich habe nur einmal an einer Online-Gruppe teilgenommen, da gab es auch Teilnehmer, die ihre Kamera nicht freigegeben hatten.

    Ich finde es interessant, dass man unterschiedlich auf Reallife- und Videokonferenzgespräche reagieren kann. Wenn ich in einer wenig vertrauten Gruppe spreche, schlägt mein Herz auch wie verrückt und ich bekomme ein Derealisationsgefühl, aber bei mir macht es keinen Unterschied, ob online oder real. Deshalb ist es für mich am wichtigsten, dass man nicht zum Sprechen gezwungen wird, wie es manchmal in Form von Vorstellungsrunden der Fall ist.

    Ich hab das Gefühl, je mehr ich von mir zeige oder mich an bestimmte Dinge erinnere, desto mehr fühle ich mich wieder wie "früher". Ein Zustand, den man vielleicht als Kind hat, ohne Maskerade.

    Dann hab ich aber auch den Eindruck, das Lärm und Licht von mir viel intensiver wahrgenommen werden.

    Es gibt wohl auch das Phänomen, dass man sich kurz nach der Diagnose autistischer fühlt als vorher, vielleicht auch weil die Aufmerksamkeit darauf gelenkt ist. Nichtsdestotrotz ist eine Minderung der Lärmbelastung sicherlich nützlich, auch, um deine Arbeitsfähigkeit zu erhalten.

    Jetzt habe ich den Film zuende geschaut. Komische Sache: Beim ersten Anklicken des Joyn-Links spielte der Film problemlos los. Beim Wechsel von Desktop zu Laptop gab es plötzlich eine Registrierungsaufforderung, anonym gucken ging nicht mehr, war aber mit Registrierung immer noch kostenlos möglich. Das könnte möglicherweise auch beim ersten Mal der Grund gewesen sein, warum ich nicht weitergucken konnte.

    Inhaltlich: Ich habe teils mich, teils meine Kinder in Jason wiedererkannt, viele Erinnerungen kamen hoch.

    Hallo ama,

    ich finde es gut, dass sich jemand mit dem Thema Arbeit und Neurodiversität befasst.

    Problematisch finde ich jedoch, dass die Einschränkung der Gruppe der Befragten auf aktuell Beschäftigte eine systematische Verzerrung mit sich bringt: Wer herrschende Arbeitsbedingungen schlecht aushält, scheidet schneller aus dem Erwerbsleben aus - unter Autisten ist der Anteil ziemlich groß! Es wird von der Befragung in dieser Form also vorwiegend eine weniger stark belastete Subgruppe plus einige erst kurz Beschäftigte erfasst.

    Durch die Einbeziehung von Personen mit zurückliegenden Arbeitserfahrungen könnte man die Verzerrung abmildern. Die am stärksten Betroffenen, die nie den Schritt ins Erwerbsleben geschafft haben, würden zwar weiterhin fehlen, aber da sehe ich auch keine gute Lösung.

    Danke für die Infos! Ich war knapp nicht schnell genug - heute morgen habe ich 20 Minuten auf Joyn gesehen, aber heute Nachmittag konnte ich nicht mehr weitergucken. Doch es gibt ja bald eine neue Chance.

    Travis Baldree "Magie und Milchschaum - von Heldinnen, Hindernissen und Heißgetränken"

    Orkkriegerin startet neue Karriere als Caféhausbetreiberin. Abgesehen davon, dass Kaffee gänzlich unbekannt ist in der von ihr als neuer Heimat auserkorenen Ortschaft, muss sie sich auch noch mit der örtlichen Mafia auseinandersetzen. Die Liebe soll später auch noch eine Rolle spielen...

    Evtl. ist das ganze Thema dann doch etwas komplexer,
    als dass es man wie ein Mantra herunterbeten kann?

    Das denke ich auch. Die eine Therapeutin bei Faster meinte, dass es im Spektrum unterschiedliche Ausprägungen des Wunsches nach Sozialkontakt gibt, unabhängig von den Fähigkeiten zur Herstellung desselben. Das wäre meiner Einschätzung nach ein möglicher Grund für unterschiedlich frühen Beginn des Versuchs der Anpassung an die Peergroup. Ich sehe auch nicht, dass man für die Vermutung, dass die anderen irgendwie anders funktionieren, nennenswerte Theory of Mind-Fähigkeiten braucht. Wenn man beobachtet und merkt, dass die irgendwie komische Sachen machen, hat man ja noch immer keine Vorstellung davon, was in ihren Köpfen vor sich geht, oder eine Ahnung, dass sie die Welt anders wahrnehmen. :/


    Ich werfe Spielzeug gegen Mamas Kopf -> Mama wird laut und versteckt Spielzeug
    Ich will aber Spielzeug haben -> folglich werfe ich es nicht mehr ihr an den Kopf

    Ich mache dieses oder jenes auffällige Verhalten -> ich werde ausgeschimpft oder ausgelacht. Ob man das Masking nennt oder nicht, das (typisch) autistische Verhalten kann so schon früh maskiert sein.

    Im Kindergartenalter sehen wir sehr wohl schon die Reaktion von unserem Umfeld auf unser verhalten und passen uns dementsprechend an. Wer also eine extrem negative oder vielleicht sogar gewaltvolle Reaktion von Bezugspersonen auf unerwünschtes Verhalten aufgrund nicht erkannter, autistischer Züge bekommt, passt sehr schnell sein Verhalten an. So funktionieren Menschen, und Kinder ganz besonders.

    Ich denke auch, dass Kinder schon früh beginnen, ihr Verhalten an die Erwartungen der Umgebung anzupassen, so funktioniert ja Erziehung. Wenn dem KInd gesagt wird, es soll nicht mit dem Oberkörper schaukeln, oder es deshalb geschlagen oder ausgeschimpft wird, dann wird es das Verhalten versuchen zu unterdrücken und auf andere Verhaltensweisen ausweichen. Die Impulskontrolle entwickelt sich zwar noch, aber ist ja nicht völlig abwesend. Je nach Kind kann sie schon im Kindergartenalter recht ausgeprägt sein.

    Masking im Sinne von beobachten, was die anderen machen, und versuchen, sich daran anzupassen, könnte ich mir auch vorstellen, dass es bei sehr verkopften Kindern schon mit circa vier Jahren anfängt, aber eher rudimentär. Mein Sohn hat in dem Alter Beobachtungen mitgeteilt wie "Also, wir Jungs spielen ja lieber Fussball", die schon so in die Richtung gingen, dass er sich dazu Gedanken gemacht hat. Ich selbst war in dem Alter noch völlig überfordert mit den chaotischen Eindrücken im Kindergarten, da war an gezielte Verhaltensanpassungen noch nicht zu denken. Korrektur: Ich erinnere mich an Szenen aus dem späten Kindergartenalter, wo ich versucht habe, Verhalten anderer Kinder nachzuahmen, was allerdings auch wieder bizarr zu sein schien (ich wurde dafür ausgelacht).

    Ich denke, dass einige Verhaltensweisen bereits früh verfälscht oder umgelenkt sein können, sodass zwar Auffälligkeiten, aber nicht mehr ganz so typische Auffälligkeiten beobachtbar sind. Ich vermute z.B. dass mein Soh seine Ticstörung unter anderem entwickelt hat, weil er früh begonnen hat, Verhalten zu unterdrücken hat, das sich anderswo Bahn brechen musste.

    Was eine Barriere für ein autistisches Individuum darstellt, und wie hoch diese ist, ist ja sehr unterschiedlich. Deshalb finde ich es nicht verwunderlich, dass auch Autismusstudien nicht für jeden komplett barrierefrei geplant werden können. Manche Modalitäten sind aber möglicherweise verhandelbar.

    Dr. Mandy Roy, findet sich eventuell eine Möglichkeit, z.B. für Highlander, Identitätsnachweis und Aufklärung auf schriftlichem Weg anstatt per Videotelefonat durchzuführen?

    Aber man will ja offenbar gar nicht barrierefrei sein.

    Ich würde schon davon ausgehen, dass man will, aber bei der Umsetzung gibt es die beschriebenen Hürden, die die Ethikkommision setzt. Falls du/ihr sehr an einer Teilnahme interessiert seid, könntet ihr überlegen, wie man einen "Workaround" findet. Ob es z.B. auch möglich wäre, dass eure ABW-Person das Videotelefonat für euch übernimmt.

    Schon 7 Monate alt, aber erst jetzt drauf gestoßen - Ralph erklärt/erzählt was über Normalität und Neurodiversität:

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    Schmeckt aber doch eh nicht so wie das was es dar stellen soll.

    Nicht genau, und manches nicht einmal annähernd, aber man weiß zumindest die Richtung, in die es gehen soll. Und es gibt auch Ausnahmen: Die vegetarischen Nuggets von Aldi Nord z.B. kommen dem Original erstaunlich nah, sowohl vom Geschmack als auch von der Konsistenz her. Und der Schinkenwürfel-Ersatz hat meinem Sohn sogar zu sehr nach Schinken geschmeckt. :huh: