Meine Einschätzung sieht anders aus:
- Alle Formen von Autismus äußern sich in einem abnormen/fokusiertem Verhalten im Kleinkindalter
Ja, es muss Auffälligkeiten im Kleinkindalter geben, aber die müssen damals nicht als autistisch eingestuft worden sein und auch nicht (immer) alle als Defizit. Meine Eltern fanden es z.B. super pflegeleicht, dass ich mich als Kleinkind stundenlang allein auf meiner Decke beschäftigt habe.
Kleinkinder sind nicht in der Lage Ablehnung zu interpretieren und entsprechende Anpassungen zu vollziehen
Dem würde ich widersprechen. Ich denke grundsätzlich hängt es von der Art und Weise der Ablehnung ab und vom individuellen Erleben des Kindes. Ich würde grundsätzlich nicht sagen, dass Kleinkinder keine Ablehnung erleben können. Ein Kind, das schreit und weint, vor Hunger oder wegen grellem Licht oder wegen Bauchschmerzen (oder was auch immer) und keiner reagiert, erlebt sicherlich starke Ablehnung.
Aber ein Kind, das z.B. am liebsten allein fokussiert Lego baut, erlebt vielleicht nicht, dass fast alle anderen gerade zusammen ein Brettspielspielen und ds Lego-Kind gar nicht dabeihaben wollen.
Alles was dem nicht entspricht und daraus entwächst erweckt nur den Anschein von Autismus?
Ich denke, dass es Symptome gibt, die denen von Autismus ähneln über teilweise sogar die gleichen sind, aber nicht durch Autismus verursacht werden.
Z.B. kann ein Kind auch sozial wegen ADHS aneckrn, weil es so impulsiv ist und immer unterbricht oder alles ohne "Hirn-Mundschranke" raushaut und damit sozial aneckt.
Oder es kann Borderline(-Anlagen) haben und dadurch ein viel empfindlicheres Nervensystem, stärke Gefühle, höhere Empfindlichkeit auch für Sensorisches dadurch.
Oder durch Vernachlässigung soziale Skills nicht erworben, sich stark zurückziehen.
Oder wie ich neulich las, zeigen Kinder, die im Alter von unter 3 Jahren massivem Medienkonsum (ständig am Handy/Tablet) ausgesetzt sind/waren, teilweise Verhalten, dass an Autismus erinnert (kein Blickkontakt, kein Reagieren auf Ansprache; aber keine SI!).
Das macht ja eine späte Diagnose auch oft so schwierig und ganz besonders dann, wenn vielleicht wirklich eine autistische Persönlichkeitsstruktur besteht, im subklinischen Bereich und andere Dinge we Traumatisierungen in der Kindheit hinzukommen.