Beiträge von Kayt

    Ja, genau. Teilnehmen können Personen, die sich mit dem weiblichen Geschlecht identifizieren (unabhängig vom biologischen Geschlecht).

    Dann gehöre ich schon mal nicht dazu. Wäre vielleicht passender im Titel dann von "sich als Frauen fühlend/identizifierend" zu schreiben, statt schlicht von "autistischen Frauen". Wenn aber "biologische Frauen" (nicht Vorhandenseins eines Y-Chromosoms) ausgeschlossen werden, weil sie sich "falsch" (oder nicht) identifizieren könnte msn das vorn vornherein deutlich machen.

    Die Autismusdiagnose hatte ich früher als meinen Hausarzt. Diesen habe ich jedoch beim ersten Termin darüber informiert, weil mir das wichtig ist, insbesondere in Hinblick auf Kommunikationsschwierigkeiten.

    Meine Diagnostikerin schrieb im Bericht auch, dass es von Vorteil sei, meine Ärzte zu informieren, z. B. wegen teils unerwarteter Medikamentenwirkung oder weil medizinische Probleme, die ohne viel nonverbale Kommunikation sehr sachlich vorgetragen werden, oft nicht ernst genug genommen werden.

    Beruflich mache ich ein Praktikum im Rahmen einer Umschulung. Da wissen auch alle (kleiner Betrie) von meinem Autismus.

    Deiner Deffinition von Komplex und Kompliziert kann ich nicht ganz folgen.

    Eine Definition sollte es gar nicht sein, aber meine Schlussfolgerung war wohl etwas fehlgeleitet, weil zu viel Detailtiefe bei Komplexität verhindern kann, die wesentlichen Zusammenhänge, die Interaktionen zu verstehen.

    Sich zu verbiegen führt wohl unweigerlich irgendwann zum Zusammenbruch. Ich wünsche dir (nicht nur, aber aus Anlass), dass du im neuen Jahr einen Umgang mit deiner Vergangenheit findest, der für dich verträglich ist und zu Verhalten führt, mit dem es dir besser geht.

    Nachfrage und Antwort hat schon etwas. Oder?

    Sicherlich. (Hoffe, dass das nicht im Zweifel stand)

    Der Begriff "Mantra" bedeutet für mich etwas, das immer wieder aufgesagt/wiederholt wird.

    Das ist sicherlich Teil des Wesens des Mantras. Aber gibt es Mantras, die über Worte und kurze Sätze hinausgehen? :/ Ich nehme an, dass sie um ständig wiederholt werden zu können, diese Kürze brauchen.

    Zwischen "komplex" und "kompliziert" zu unterscheiden, halte ich auch für wichtig. Nicht alles, was kompliziert ist, ist auch komplex und was komplex ist, muss nicht kompliziert sein. Ich denke aber, dass ein Thema, je komplexer es ist, höhe Detailgrade und Tiefe braucht, um eben diese Komplexität beschreiben zu können, ohne inhaltlich zu sehr zu vereinfachen und dadurch nur eine oberflächliche Zusammenfassung liefern zu können (in der wir in vielen Bereichen des Lebens zwangsläufig zurückgreifen müssen, weil wir in den meisten Bereichen keine Experten sind und sein können.)


    Das mit meinem Eindruck ist so eine Sache. Ich lese mit und gleiche das mit meinem Leben ab.
    Ich komme zu der Erkentniss, dass mir dieses Masking zuwieder ist.
    Aber einfach "Rausrotzen" geht auch nicht.

    Meiner Ansicht nach ist gar nicht klar definiert, wo Masking überhaupt anfängt und was "autistisches Masking" im Gegensatz zu "allgemeinem Masking" ist.

    Für mich z. B. ist es autistisches Masking, wenn ich bewusst auf eine gute Intonation achte (also nicht monoton sprechen), weil ich zum Bespiel einen Vortrag halten muss. Oder bewusst Augenkontakt herzustellen oder auf (sichtbares) Stimming zu verzichten.

    Mit "rausrotzen" bringe ich das für mich nicht in Verbindung. Ich versuche grundsätzlich auf meine Wortwahl zu achten, weil ich denke, dass es Missverständnisse reduzieren kann. Das fühlt sich für mich aber nicht nach einem "Maske tragen" an, sondern ich-synton, also wie ich bin. Was ich dennoch oft nicht gut kann: einschätzen, wie Gesagtes bei jemandem ankommt. Vielleicht auch, weil das nur partiell an mir liegt und viel mehr am Erleben und der Vorerfahrungen des Gegenübers?

    Was mir zuwider ist/wäre: Wenn ich ständig alles, was ich sagen will, dahingehend filtern müsste/sollte, ob sich bloß niemand getriggert fühlt. Denn das ist meines Erachtens nicht möglich, selbst, wenn man es versuchte.

    Vermutlich ist es besser mich wieder hinter eine Scharade zu ziehen.

    Warum nimmst du das an?

    Hui... kannst du das etwas einfacher formulieren?

    Weiß ich nicht. Ich kann es versuchen.

    Du fragtest, ob das Thema komplexer sei, als dass man es auf ein "Mantra herunterbrechen" könne?

    (Erstmal vielleicht zur Einordnung deiner Frage: Ein Mantra ist ja ein kurzer Satz und so verstehe ich dann deine Frage als ein "in einem kurzen Satz ohne Verlust von Genauigkeit darstellen).

    Nun zum Versuch der Umformulierung:

    1. Ja, ich stimme zu, dass das Thema Masking (bei Autismus) komplexer ist, als das es in einem einfachen Satz umfassend erläutert werden könnte.

    2. Hattest du den Eindruck, in dieser Diskussion würde dieses Thema so behandelt werden, als könnte man es in einem kurzen Satz ausreichend gut beschreiben? Oder (einzelne) User hätten den Anspruch, dass das erreichbar sein sollte?

    3. (Wenn nicht 2.): Hattest du selbst gehofft oder gewollt, man könnte das Thema in einem kurzem Satz ausreichend erklären?

    Evtl. ist das ganze Thema dann doch etwas komplexer,
    als dass es man wie ein Mantra herunterbeten kann?

    Würde ich unterschreiben (RW). Hattest du den Eindruck, dass es das würde oder eine Erwartung an ein runterbrechbares Mantra formuliert wurde? (Oder für dich selbst gehofft, dass es möglich sei?)

    Meine Einschätzung sieht anders aus:

    - Alle Formen von Autismus äußern sich in einem abnormen/fokusiertem Verhalten im Kleinkindalter

    Ja, es muss Auffälligkeiten im Kleinkindalter geben, aber die müssen damals nicht als autistisch eingestuft worden sein und auch nicht (immer) alle als Defizit. Meine Eltern fanden es z.B. super pflegeleicht, dass ich mich als Kleinkind stundenlang allein auf meiner Decke beschäftigt habe.

    Kleinkinder sind nicht in der Lage Ablehnung zu interpretieren und entsprechende Anpassungen zu vollziehen

    Dem würde ich widersprechen. Ich denke grundsätzlich hängt es von der Art und Weise der Ablehnung ab und vom individuellen Erleben des Kindes. Ich würde grundsätzlich nicht sagen, dass Kleinkinder keine Ablehnung erleben können. Ein Kind, das schreit und weint, vor Hunger oder wegen grellem Licht oder wegen Bauchschmerzen (oder was auch immer) und keiner reagiert, erlebt sicherlich starke Ablehnung.

    Aber ein Kind, das z.B. am liebsten allein fokussiert Lego baut, erlebt vielleicht nicht, dass fast alle anderen gerade zusammen ein Brettspielspielen und ds Lego-Kind gar nicht dabeihaben wollen.

    Alles was dem nicht entspricht und daraus entwächst erweckt nur den Anschein von Autismus?

    Ich denke, dass es Symptome gibt, die denen von Autismus ähneln über teilweise sogar die gleichen sind, aber nicht durch Autismus verursacht werden.

    Z.B. kann ein Kind auch sozial wegen ADHS aneckrn, weil es so impulsiv ist und immer unterbricht oder alles ohne "Hirn-Mundschranke" raushaut und damit sozial aneckt.

    Oder es kann Borderline(-Anlagen) haben und dadurch ein viel empfindlicheres Nervensystem, stärke Gefühle, höhere Empfindlichkeit auch für Sensorisches dadurch.

    Oder durch Vernachlässigung soziale Skills nicht erworben, sich stark zurückziehen.

    Oder wie ich neulich las, zeigen Kinder, die im Alter von unter 3 Jahren massivem Medienkonsum (ständig am Handy/Tablet) ausgesetzt sind/waren, teilweise Verhalten, dass an Autismus erinnert (kein Blickkontakt, kein Reagieren auf Ansprache; aber keine SI!).

    Das macht ja eine späte Diagnose auch oft so schwierig und ganz besonders dann, wenn vielleicht wirklich eine autistische Persönlichkeitsstruktur besteht, im subklinischen Bereich und andere Dinge we Traumatisierungen in der Kindheit hinzukommen.

    Ich versuche ja alles auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu bringen.
    Und da hat es "Charles Darwin" gut zusammen gefasst.

    Naja, man muss nicht unbedingt der Angepassteste sein, um zu überleben. Man darf nur nicht so massive Defizite aufweisen, dass sie darin resultieren, vor der Fortpflanzung aus dem Genpool auszuscheiden. Und das ist vermutlich auch ein Grund, warum Autisten, die sehr tief im Spektrum sind, meist viele De-Novo-Mutationen aufweisen, also Mutationen die spontan neu entstehen und somit nicht erblich sind. Denn wer auf 24/7-Betreuung angewisen ist, gründet in der Regel keine eigene Familie.

    Und es erklärt auch gut, warum Autismus in "leichteren Varianten" stark erblich bedingt sind. Die Anpassungsleistung ist irgendwie "ausreichend" und einige Nischenfähigkeiten ermöglich(t)en dann doch genügend Autisten, die nicht sooo tief im Spektrum sind, im Genpool zu bleiben.

    VeraF Hättest du Beispiele für das unbewusste Masking und ggf. inwiefern es sich von grundsätzlich erlernter Verhaltens- und Impulsmodulation unterscheidet (also solcher die fast alle Menschen im Laufe ihres Lebens erlernen)?

    Ich denke schon, dass auch autistische Kinder, wenn sie viel Ausgrenzung erfahren und viel beobachten, wie sich andere um sie herum verhalten, durchaus früh "anpassen" können. Aber ich finde den Einwand der eingeschränkten Theory of Mind wichtig (in meiner ADOS-Testung zeigte sich diese noch deutlich mit 34 Jahren, was ich selbst vorher so gar nicht für möglich gehalten hatte).

    Da spielt auch mit rein, ob Ausgrenzung z. B. überhaupt als solche erfahren wird, selbst wenn sie stattfindet oder ob das Kind nicht sowieso lieber allein spielt.

    Und ein anderer Aspekt ist, wie "gut" das Masking überhaupt funktionieren "kann". Mechanisch abgeschautes Verhalten ist vermutlich nicht sehr situationsadäquat und unflexibel, was es dann doch wieder auffällig machen würde.

    Ein unauffälliges und allmähliches Anpassen im Kindergartenalter an die Umwelt, ist dann doch eher das, was ich von einem neurotypischen Kind erwarten würde, vor allem überhaupt der starke Fokus auf die soziale "Ingroup". Wenn das mehr oder weniger problemlos in dem Alter gelingt, sehe ich den Autismus nicht wirklich. Denn kein neurotypisches Kind kommt mit einem Set sozial-kultureller Skills auf die Welt, auch wenn das "Sozialsein an sich" angeboren ist, muss jedes Kind Sozialverhalten (und insbesonder jenes, das für die Kultur, in die es hineinwächst, gewünscht ist) durch Nachahmung und soziale Interaktion ja erst einmal lernen.